Angesichts zunehmender Hitzebelastungen in urbanen Räumen gewinnt die klimaaktive Gebäudehülle als Element der städtischen Resilienz an Bedeutung. Der Vortrag stellt ein innovatives Fassadensystem vor, das Regenwasser speichert und kontrolliert über die Fassadenfläche verdunstet. Durch die Kombination eines mineralischen Speichermaterials mit einem modularen Kassettenaufbau entsteht eine adaptive Verdunstungsfassade, die passiv zur Kühlung des Gebäudeumfelds beiträgt. Im Rahmen von Pilotversuchen wurden verschiedene Materialkombinationen, Verdunstungsraten und bauliche Integrationen untersucht. Die Ergebnisse zeigen signifikante Temperaturreduktionen im direkten Fassadenumfeld sowie ein hohes Potential zur Minderung städtischer Wärmeinseln. Der Vortrag beleuchtet technische Herausforderungen bei der Materialauswahl, Fragen der Fassadenintegration sowie Strategien zur Regelung und Langzeitbewirtschaftung des Systems. Abschließend wird ein Ausblick auf laufende Entwicklungsprojekte, Skalierbarkeit und Anwendungsmöglichkeiten im Bestand und Neubau gegeben.