Skulptur in Textil

Textilfassade für das Esseker Centar in Osijek, Kroatien

2002 gewann das interdisziplinäre Design- und Architekturbüro produkcija 004 einen Wettbewerb für ein städtebauliches Projekt, das einen der raren, unbebauten Areale im historischen Zentrum von Osijek architektonisch gestalten sollte.

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Ein spannender Materialmix, denn großzügige Glasflächen und die transluzente Textilfassade treffen hier aufeinander

Foto: produkcija 004, Zagreb

Tagsüber spannt die Textilfassade über das Gebäude, schirmt sie nach außen ab. Nachts tritt das Innenleben nach außen und lässt die Fassade fast verschwinden
Foto: produkcija 004, Zagreb

Die Fassade orientiert sich stringent an der Funktionalität der Gebäudestruktur und zeigt einen interessanten Materialmix: Der Publikumsbereich im Erdgeschoss mit seinen umliegenden Straßen präsentiert sich mit großzügigen, transparenten Glasflächen, das Shoppingareal im 1. OG sowie die Büroflächen im 2. OG wurden als transluzente Textilfassade über durchgängigen Fensterflächen in Glas kreiert.

Die Wohnanlage schließlich wurde als Holzfassade in Eiche, die Bar auf dem Dach in Glas ausgebildet. Ein besonderer Effekt wird durch die vollkommen unterschiedliche Wirkung des Textilgewebes bei Tag und bei Nacht erreicht: Tagsüber als wichtiges optisches Element, das die verschiedenen Teilbereiche des Baukörpers miteinander verbindet und so eine stimmige Einheit bildet, in der Nacht, wenn das Innenleben des Gebäudes nach außen tritt und zur Fassade wird.

Durch die dreidimensional gestalteten Bänder der Textilfassade wirkt das Gebäude fast wie eine Skulptur. Diese Gestaltung reflektiert die besondere Position des Gebäudes als bedeutendes neues Publikumsareal und den ständigen Fluss der Straße vom Hauptplatz bis zur Promenade.

Konstruktiv wurde die Textilfassade ca. 30 – 50 cm hinterlüftet vor der Glasfassade positioniert, wobei eine bogenförmige Stahl-Unterkonstruktion die 3D-Skulptur der Mäander ausbildet und mit Konsolen an der Betonbrüstung befestigt wurde. Das Textilgewebe wird dabei in der Unterkonstruktion verspannt. Die skulpturelle Form der Mäander wurde hierzu nach exakten Vorstellungen von produkcija vorformuliert.

Von den technischen Anforderungen her war das wichtigste Kriterium die Transluzenz, um gerade in den Büroräumen trotz der Textilüberlagerung eine hervorragende Sicht nach außen bieten zu können. Da die Hauptfassaden nach Süden und Westen ausgerichtet sind, musste das Textilgewebe auch eine elementare Funktion gegen die Sonneneinstrahlung erfüllen. Stamisol FT spielt hierbei eine wichtige Rolle in der Kalkulation zur Verminderung der thermischen Außenlasten.

Projektdaten

Architekt: Davor Katusic, produkcija 004 d.o.o., Zagreb
Bauherr: Panteon d.o.o., Osijek
Verarbeiter: Loging d.o.o., Novo Mesto, Slowenien
Fassade: Kombination aus Glas-, Holz- und Textilfassade mit STAMISOL
FT 371-3045 Silber, dreidimensional verspannt über Unterkonstruktion aus Metall
Baujahr: 2007

 
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