Eine Sanierung, die Mut macht

Einfamilienhaus Steinfurt

Ein hoher Prozentsatz des gesamten Baugeschehens findet heute an bereits bestehenden Häusern statt. Das betrifft nicht nur die begehrten Altbauwohnungen in guten Stadtlagen. Viele Bungalows, die in den 60er und 70er Jahren als äußerst beliebte Konstruktionsform für Einfamilienhäuser entstanden, werden heute verkauft oder vererbt und dann einer energetischen Sanierung unterzogen. Die Ergebnisse dieser Sanierungen können sich häufig sehen lassen, sie wirken wie zeitgemäße Neubauten. Ein gelungenes Beispiel findet sich in der Kreisstadt Steinfurt im Regierungsbezirk Münster: Diverse Sanierungsmaßnahmen und die Konstruktion einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade von Knauf werten das Gebäude optisch, energetisch und atmosphärisch entscheidend auf.

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Foto: Knauf/Ekkehardt Reinsch 

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Foto: Knauf/Ekkehardt Reinsch 

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Foto: Knauf/Ekkehardt Reinsch 

Aus Alt mach Neu: Der Keller
Bereits im ursprünglichen Zustand ist der klassische Walmdachbungalow, Baujahr 1973/74, vollständig unterkellert, das Kellergeschoss auf einer 22 cm dicken Betonsohle ruhend. Dieser trockene und massive Keller sollte bei der energetischen Sanierung erhalten bleiben.

Vorher und Nachher: Das Erdgeschoss
Die 20 cm dicke Kellergeschossdecke ragt ca. 50 cm über die Außenwände des Kellergeschosses heraus. Darauf war das Erdgeschoß – 1,40 m höher als Pflasterung und Gartenanlage, mit einer Innenraumhöhe von 2,60 m, einer Außenwand aus 24 cm Kalksandstein und einer 11,5 cm Verklinkerung aufgebaut. Die Wohnfläche betrug ca. 160 m2. Durch die enormen Dachüberstände aus nicht isoliertem Beton war das Gebäude ein Energiefresser. Die Garagendecke war z.B. mit dem Kalksandsteinmauerwerk des Eltern- und Kinderzimmer verbunden.

Heute bilden Küche, Esszimmer und Wintergarten die zentrale Wohn- und Lebenseinheit und sind direkt über das Garagentreppenhaus zu erreichen. Die Garage wurde neu aufgebaut und im Bezug auf Schall und Wärme entkoppelt.

Weitere Sanierungsmaßnahmen
Im Rahmen der Sanierung wurden die gesamte Dachkonstruktion und ihre Betondeckenüberstände entfernt. Sämtliche Wasser-, Heizungs-, Gas- und Elektroleitungen wurden demontiert. Das Haus erhielt eine Öffnung in Richtung Süden durch bodentiefe Fenster und Türelemente, einen Wintergarten und eine Terrasse. Die 3-fach-Verglasung enthält einen zusätzlichen Luftzwischenraum. Umgesetzt außerdem eine Sicherheitsaußenverglasung und eine Beschattungsanlage. Um das Pultdach optimal für eine Solarnutzung anzulegen, wurde es als hinterlüftetes Kaltdach ausgeführt. Um die Fassade besonders geschützt, nachhaltig und mit einer effektiven Dämmung zu gestalten, entschied man sich für eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) im System der Knauf Außenwand mit AQUAPANEL® Technologie.

Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)
Die VHF mit AQUAPANEL® Technologie überzeugt durch ihren Witterungsschutz und konstruktiv getrennten Wärmeschutz. In puncto Brandschutz bietet sie eine Nicht-Brennbarkeit (Baustoffklasse A) sämtlicher Komponenten. Hohe Lebensdauer und geringer Wartungsaufwand machen diese VHF Konstruktion zu einer der wirtschaftlichsten hochwertigen Fassadenlösung überhaupt, da sie u. a. eine längere Rentabilität des Gebäudes sichert. Auch aus Gründen der Energieeffizienz hat man sich bei der Sanierung für diese Fassadenform entschieden: Sie ermöglicht eine optimale Balance von Heizwärmebedarf und Kühlbedarf bzw. Wärmeschutz im Sommer. Außerdem stellt sie eine leistungsfähige Alternative zu anderen Wärmedämmsystemen dar: Das System bietet hervorragende Dämmeigenschaften und sichert den langfristigen Werterhalt eines Gebäudes.

Ressourcenschonend wird die VHF durch den langen Lebenszyklus der Wand und damit den sorgsamen Umgang mit Energie und Material. Hinzu kommt eine weitere ökologische Verträglichkeit: AQUAPANEL® Cement Board Outdoor ist im Rahmen des nachhaltigen Bauens beim Institut für Bauen und Umwelt e.V. (IBU) registriert. Außerdem ist die Bauplatte vom Institut für Baubiologie Rosenheim (IBR) zertifiziert.

Durch die konstruktive Ausbildung einer Hinterlüftung wird das Risiko der Fassadenverschmutzung/-veralgung reduziert. Die Verwendung der robusten AQUAPANEL® Putzträgerplatte erhöht die Stoßfestigkeit der Fassade und erlaubt gleichzeitig vielseitige Gestaltungen. Bauphysikalisch eignet sich dieser Fassadentyp z.B. für Wohn-, Büro-, Hotelgebäude, Krankenhäuser, Schulen etc. mit besonderen Anforderungen an den Witterungsschutz.


Bei der Ausführung dieser VHF kann auf die Ausführung einer Tyvek Water Resistiv Barrier verzichtet werden, da gegebenenfalls anfallende Feuchtigkeit im Hinterlüftungsspalt schnell abgeführt bzw. abgetrocknet wird.

Berücksichtigung der Windlasten
Die Windlasten wurden gemäß FVHF Windlastsoftware ermittelt und ergaben zwei unterschiedliche Windlastbereiche, A und B. Der Aufbau der beiden Fassadentypen unterscheidet sich im Achsabstand der Unterkonstruktion, die im Windlastbereich A, Eckbereich, bei 417 mm liegt, im Windlastbereich B, Normalbereich, bei 625 mm. Ansonsten ist die Konstruktion identisch.

Ergebnis: ein attraktives, energieeffizientes Wohngebäude
Durch die Sanierung des Bungalows ist aus dem eingeschossigen Klinkerbau ein modernes, großzügiges, helles und energieeffizientes Wohnhaus entstanden. Die vorgehängte hinterlüftete Fassade, als Konstruktionstyp der Knauf Außenwand, konnte in wenigen Wochen realisiert werden und wertet die Immobilie wesentlich auf: Die neue Gebäudehülle ermöglicht geringe Heizkosten und sorgt zudem für ein gesundes und gebäudeerhaltendes Klima. Das Einfamilienhaus steht da wie neu – und kann (zukünftigen) Besitzern eines in die Jahre gekommenen Bungalows als gutes Vorbild dienen.

Projektdaten

Projekt: Einfamilienhaus Steinfurt
Architekt: Andreas Holtfrerich, Steinfurt
Bekleidungswerkstoff: AQUAPANEL Cement Board Outdoor
Unterkonstruktion: AQUAPANEL® Wandhalter, AQUAPANEL® Thermische Trennelemente, AQUAPANEL® VHF Verankerungselemente, Knauf Aquapanel GmbH
Dämmung: Knauf Insulation Fassaden-Dämmplatte TP 435 B
Befestigung: AQUAPANEL Fassadenschrauben
Verarbeiter: A. Schöne GmbH & Co. KG, 48727 Billerbeck
Fotograf: Knauf/Ekkehardt Reinsch

 
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