Ein moderner Wallfahrtsort

Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum Altötting

Drei golden glänzende, unterschiedlich große Kuben ergänzen die barocke Struktur der bischöflichen Administration und bieten zahlreichen Exponaten der Wallfahrt eine angemessene Ausstellungsfläche.

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Drei golden schimmernde Kuben erweitern den barocken Baukörper

Foto: Constantin Mayer, Köln

Wie Schatzkammern im wörtlichen Sinn passen sich die bekleideten Stahlbetonbauten skulptural in die rückwärtige Gartenlandschaft ein. Der neue Museumstrakt bietet im Innern einen spannenden und abwechslungsreichen Weg durch Geschichte und Geschichten, durch Leid und Pracht, durch Dunkel und Hell. Brückner & Brückner Architekten erreichten mit ihrem Erweiterungsbau eine gelungene Verbindung zwischen Architektur und Inhalt. Materialität und Oberfläche der Bekleidung entsprechen in ihrer Anmutung den ausgestellten Preziosen. Die handgeschliffene Messingoberfläche der Fassade reflektiert und interpretiert ihre Umgebung, Tages- und Jahreszeit sind wahrnehmbar. Übergänge aus Glas verbinden die Kuben und den barocken Trakt und führen im Rundgang durch den neuen Ausstellungsort.

Die Architekten bekleideten den massiven Anbau mit stücklackierten Aluminiumblechen, die mit 0,7 Millimeter dicken Messingblechen appliziert sind. Es handelt sich dabei um ein spezielles Verbundpaneel, das an einer pulverbeschichteten Aluminium-Unterkonstruktion mittels Agraffen befestigt ist. Dies bildet die statisch tragende Funktion der VHF. Die Stücklackierung dient dem Korrosionsschutz. Die unregelmäßig in unterschiedlichen Größen angeordneten Tafeln legen sich präzise um die Kanten und Leibungen, betonen den monolithischen Charakter der Erweiterung. Markant setzt sich die edle Bekleidung der einzelnen Tafeln mit durchlaufenden Fugen im glasüberdachten Zwischenraum fort, sodass ein fließender Übergang zwischen innen und außen mit Ausblicken entsteht. Um die gewünschte golden wirkende Anmutung zu erreichen, wurden die Oberflächen der Tafeln exzentergeschliffen und gewachst.

„Die messingschimmernden Kuben machen das Thema Schatzkammer deutlich ablesbar. Der Anbau besitzt einen eindeutigen Bezug zum historischen Bauwerk und ordnet sich mit seinen Volumen in das Gesamtgefüge ein, ohne seine moderne Eigenständigkeit im historischen Kontext zu verlieren", so die Jury und sprach dem Wallfahrtsmuseum eine Anerkennung zu.

Dieser Text stammt aus der Dokumentation "Ausgezeichnete Architektur" Deutscher Fassadenpreis 2011 für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF).

Projektdaten

Projekt: Haus Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum, Altötting
Architekten: Brückner & Brückner Architekten GmbH, Würzburg/Tirschenreuth
Bauherr: Bischöfliche Administration, vertreten durch Herrn Prälat Ludwig Limbrunner
Bekleidungswerkstoff: Messing, verdeckt befestigt
Unterkonstruktion: Aluminium
Dämmstoff: 120 mm Mineralwolle
Verarbeiter Fassade: Böhme Haustechnik GmbH, Boxdorf
U-Wert Außenwand: 0,45 W/m2K
Heizwärmebedarf: 73 kWh/m2a
Fertigstellung: Mai 2008
Fotograf: Constantin Mayer, Köln

 
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