Addition und Selektion

Hofpavillon Spichern - a. BA Spichern Höfe, Köln

Zwischen den Jahren 2000 - 2006 wurde mitten in der Kölner Innenstadt, im Belgischen Viertel, ein kleines städtisches Quartier gebaut. Durch Rückbau, Modernisierung und maßvolle Nachverdichtung entstand ein urbanes Quartier aus Wohnungen, Läden und Büros, die sich um hochwertig gestaltete und öffentlich zugängliche Innenhofbereiche gruppieren.

Foto: Jan Kraege, Köln

Der ruhende Verkehr wurde in einer zweigeschossigen Tiefgarage im Blockinnenbereich untergebracht. Dies ermöglicht ein völliges Freihalten der Hofflächen und die Gestaltung von kommunikativen Nachbarschaftszonen.

Das architektonische Konzept basiert im Wesentlichen auf zwei Prinzipien - der Selektion und der Addition - der behutsamen Freilegung und Restaurierung der historischen Bausubstanz sowie der Ergänzung und maßvollen Nachverdichtung der vorhandenen gründerzeitlichen Bebauung.

Der Neubau des Hofpavillion Spichernstrasse 8/10 verleiht dem zentralen Hof an der Nordseite vor der hohen Brandwand nun sein Gesicht. Der einzige reine Neubau des Ensembles wird über seine gelaserte zweischalige Ornamentfassade in die Gesamtkonzeption eingebunden. Die Ornamentik der Aluminiumfassade, ein abstrahiertes gründerzeitliches Fliesenmotiv, setzt den Neubau unprätentiös in Bezug zu den anderen historischen und größtenteils unter Denkmalschutz stehenden Nachbargebäuden.

Der Grundriss ordnet sich ganz der gründerzeitlichen Gewerbehallenfassade unter, die im Zuge der Gesamtmaßnahme wieder freigestellt und rekonstruiert wurde. Dadurch entsteht ein sich öffnender Platz, der die Gewerbehalle, mit seiner angedachten Nutzung einer Markthalle, ganz ins Zentrum des Quartiers rückt. Die Einzelhandelsnutzung des Pavillons unterstützt die angestrebte Öffentlichkeit und Lebendigkeit der Höfe.

Die zweischalige, pulverbeschichtete und hinterlüftete Metallfassade mit ihrer dreidimensional aufgelösten, gründerzeitlichen Ornamentik bleibt in ihrem Ausdruck und ihrer Detailierung schlicht und zurückhaltend, aber dennoch prägnant und einzigartig. Mit Beginn der Dämmerung wird die Fassade durch LED`s hinterleuchtet und transformiert den kleinen Pavillon zur atmosphärischen Hoflaterne des neuen Quartiers.

Projektdaten

Architekten: LK Architekten
Bauherr: Armin W. Müller, Köln
Verarbeiter: Gehendes Metallbau, Neroth
Fassade: Zweischalige, pulverbeschichtete und hinterlüftete Metallfassade
Baujahr: 2006
Foto: Jan Kraege, Köln

 
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