Schule mit Naturbezug

Ludwig-Erhard-Schule, Sigmaringen

Der Neubau der Ludwig-Erhard-Schule wird durch zwei schlanke, mit Lärchenholz verkleidete Baukörper gebildet, die parallel zum Hang in Nord-Süd-Richtung angeordnet sind. Unter Ausnutzung der Topographie staffeln sich die Gebäudeteile hangabwärts und umfassen ein gläsernes Atrium.

Die stringente Planung der Architekten spiegelt sich auch im Baukörper wider. Klare Formen und saubere Detaillösungen zeichnen das Gebäude aus
Foto: Roland Halbe, Stuttgart

Die klare und einfache Geometrie des Gebäudes ergibt sich sowohl aus der Ausnutzung der topographischen Situation als auch aus den inhaltlichen und wirtschaftlichen Anforderungen der Bauaufgabe. Durch die kompakte Setzung der Baukörper wird der Eingriff in die ursprüngliche Hangsituation minimiert. Dies führt zu einem sparsamen Flächenverbrauch mit entsprechenden ökologischen und wirtschaftlichen Vorteilen. Die vorhandene Bepflanzung mit Obstbäumen entlang der Hangkante wird durch weitere Anpflanzung ergänzt, um den Charakter einer „Schule auf der Streuobstwiese“ zu verstärken.

Zur Fassade:

Eine horizontale Brettschalung aus unbehandeltem, sibirischen Lärchenholz und flächenbündige langgestreckte Fensterbänder mit großformatigen Schiebeelementen und schmalen Öffnungsflügeln umhüllen die einfache Gebäudekubatur. Um ein gleichmäßiges Vergrauen der Fassade durch Witterung und Sonne im Laufe der Jahre zu erreichen, sind alle Fassadenelemente absolut flächenbündig und ohne überstehende Bauteile ausgeführt.

Durch zwei Schalungstypen mit unterschiedlichen Fugenbreiten sowie sägerauer und gehobelter Oberfläche wird der Baukörper subtil gegliedert. Schmale Edelstahlprofile an den Gebäudeecken und an den Schalungsübergängen unterstreichen die präzise Gebäudeform.

Flächenbündig eingebaute Gelenkarmmarkisen, die im Bedarfsfall aus der Fassade herausfahren, verschatten die nach Osten und Westen ausgerichteten Klassenräume. Lärchenholzbretter sind im Fugenraster der Fassade auf die Stirnseiten der Markisenkörper montiert. Damit ist der Sonnenschutz unsichtbar in die Fassade integriert. Erst in herausgefahrener Position zeigen sich die großformatigen, straff gespannten weißen Segeltücher und tauchen die Klassenzimmer in ein angenehmes Licht. Die ursprünglich glatte Fassade wird durch das Spiel der herausgefahrenen Markisen belebt, der Baukörper verändert so zeichenhaft seinen Ausdruck.

Projektdaten

Architekten: Hertel Kilian Reichle Architekten, Köln
Bauherr: Landkreis Sigmaringen
Verarbeiter: Schiele Holzbau, Seufert Niklaus, FinnforestMerk
Fassade: horizontale Brettschalung aus unbehandeltem sibirischen Lärchenholz auf VHF-Unterkonstruktion
Baujahr: 2005
Foto: Roland Halbe, Stuttgart

 
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