Fassade als Ausdruck der Naturverbundenheit

Laborgebäude Max-Planck-Institut für Ornithologie, Seewiesen

An einem unverwechselbaren Ort namens Seewiesen, idyllisch zwischen Orchideenfeldern, Schilfflächen und dem Ess-See gelegen, steht das neue Laborgebäudes des Max-Planck-Instituts für Ornithologie. Wenige, locker gruppierte Gebäude mitten im Wald eines Landschaftsschutzgebietes dienten schon Konrad Lorenz, dem Nobelpreisträger für Medizin von 1973, als Wirkungsstätte. Adam Architekten aus München verbanden bestehende Bauten über zwei Brücken mit dem neuen Institutsgebäude. Eine horizontal verlegte, durch offene Fugen zart strukturierte Lärchenholzschalung bekleidet die gedämmten Außenwände des Stahlbetonbaus. Alle Dachvorsprünge der vorgehängten hinterlüfteten Fassade sind minimiert, um eine gleichmäßige Bewitterung der unbehandelten Holzfassade zu bewirken. Die geschickt platzierten Fensteröffnungen sind aus energetischen Gründen reduziert, lassen aber den Blick zum See nach Westen und in den Wald nach Osten frei.

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Mit der Holzbekleidung tritt die VHF in Bezug zur Natur

Foto: Stefan Müller-Naumann, München

Lichtbänder bieten zusätzlich im Innern überraschende Tageslichtspiele. Wenn nötig, sorgen Schiebetüren vor den Fenstertüren für Sonnenschutz. Die Volieren zur Tierbeobachtung sind in Erd- und Untergeschoss untergebracht. Auf der Ostseite im Obergeschoss liegen die Laboratorien, flankiert von einer großen Terrasse, die wie auch die helle Erschließungszone mit Meeting-Point Raum zur inspirierenden Begegnung und Kommunikation der Wissenschaftler bietet. „Die Form des klaren, lang gestreckten Baukörpers wird durch die Bekleidung mit einer horizontalen Lärchenholzschalung, die scharfen Kanten und die saubere Detaillierung bestens unterstützt. Die zur Umgebung passende Materialwahl und eine sinnvolle Lichtführung im Inneren zeichnen das Gebäude zusätzlich aus", urteilte die Jury und honorierte die präzise Formulierung der Fassade und die gelungene Einbindung in die Umgebung mit einer Anerkennung.

Dieser Text stammt aus der Dokumentation „Ausgezeichnete Architektur" Deutscher Fassadenpreis 2011 für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF).

Projektdaten

Projekt: Laborgebäude Max-Planck-Institut für Ornithologie, Seewiesen
Architekten: Adam Architekten, München
Bauherr: Max-Planck-Gesellschaft e.V., München
Bekleidungswerkstoff: Lärchenholzbretter, waagrechte Deckung, sichtbar befestigt
Unterkonstruktion: Holz
Dämmung: 100 mm Mineralwolle
Verarbeiter: Pletschacher Holzbau GmbH, Dasing
U-Wert Außenwand: 0,35 W/m2K
Heizwärmebedarf: 47,8 kWh/m2a
Fertigstellung: 2008
Fotograf: Stefan Müller-Naumann, München

 
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