Wohnen am Anger

Anerkennung Deutscher Fassadenpreis 2018 für VHF: Wohnbebauung, Berlin-Adlershof

 

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Im Zusammenspiel mit Loggien und markanten Eingangsbereichen zeigt die klassische VHF eine moderne, wertige Ansicht. Waagerechte angeordnete Fassadentafeln bilden einen starken Abschluss. Foto: Stefan Müller, Berlin

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Maßgeblichen Anteil am insgesamt hochwertigen Erscheinungsbild hat die elegante VHF mit Bekleidungselementen aus Faserzement. Foto: Stefan Müller, Berlin

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Mit zurückspringendem Staffelgeschoss fügt sich der klar strukturierte Wohnbau gut zur Höhenentwicklung der Nachbarbebauung. Foto: Stefan Müller, Berlin

Die Mietwohnungen am neuen Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof gehören zu den ersten Neubauten, die STADT UND LAND, eine der großen Wohnungsbaugesellschaften des Landes Berlin, ab 2014 ausgeschrieben hat. Nach einem Wettbewerbserfolg konnte das Berliner Büro roedig . schop architekten die dreigeschossige Wohnbebauung mit leicht zurückspringendem Staffelgeschoss realisieren. Sie entwickelten die beiden Häuser in Berlins „klügstem Kiez“ als Hybridbauten mit massiven Betonschotten und einer vorgefertigten Holzrahmenbaukonstruktion. Loggien und deutlich ausgearbeitete Eingangsbereiche strukturieren die Baukörper, die auf 4.414 Quadratmetern Wohnfläche Raum für 62 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen schaffen. Erschlossen werden die Zweispänner von acht Eingängen. Dies und der Mix unterschiedlicher Wohnungsgrößen sorgen für überschaubare Nachbarschaften mit der für städtische Wohnungsunternehmen wichtigen Durchmischung.

Zeitgemäße Wohnvorstellungen sind für das Architektenteam bei der Arbeit mit Baugruppen stets Thema. Für den städtischen Auftraggeber planten sie nutzungsneutrale Grundrisse zum Durchwohnen: So bieten diese variablen Lichteinfall und Ausblick nach zwei Seiten, zum Garten oder zum begrünten Anger hin. Die Bewohner können zudem entscheiden, in welche Himmelsrichtung sie Wohn- oder Schlafräume ausrichten. Sockelgeschoss und Vorgärten verschaffen dem Mietwohnungsbau eine klare Zonierung und Abfolge von öffentlichen hin zu privaten Rückzugsräumen.

„Ein maßgeblicher Anteil des insgesamt hochwertigen Erscheinungsbildes fällt der eleganten Fassade zu“, so die Jury. Für den städtischen Bauherrn realisierten roedig . schop architekten ein „vorbildliches Beispiel“. Sie schafften es, „der Aufgabe bezahlbaren Wohnens durch innovative, teilweise vorgefertigte Konstruktionen bei gleichzeitig guter Gestaltung gerecht zu werden“. Zukunftsfähige Architektur im Geschosswohnungsbau verlangt bei geringem Budget kreative Planer und experimentierfreudige Bauherren. Wenn Planer wie roedig . schop architekten keine Abstriche bei der individuellen Gestaltung machen wollen, erfordert das innovative Konstruktionen, integrierte Planung und modulare Bauweisen. In Adlershof umhüllten die Architekten den Hybridbau mit einer Vorgehängten Hinterlüfteten Fassade. Sie bekleideten auch die rückspringenden Loggien mit Elementen aus Faserzement, die alternierend zu den deckenhohen Fenstern stehen. Letztere waren schon zuvor in die Ausschnitte des Holzrahmenbaus eingepasst worden. 

Die Jury zeigte sich von dem Wohnbau sehr angetan: „Mittels einer stimmigen Gliederung der Elemente Sockel, geschlossene Fassadenflächen, Bänder, Loggien, Geländer, Vor- und Rücksprünge und den gut detaillierten Anschlüssen, entsteht ein überzeugendes Gesamtbild mit hoher Prägnanz. Die hohe Wohnqualität der Grundrisse zeichnet sich insofern auch in der Fassade ab, und das bei einer kostengünstigen Bauweise. Die Jury ist insgesamt von der Arbeit sehr überzeugt.“

Projektdaten

Projekt: Wohnhaus am Anger, Mehrfamilienhaus
Architekten: roedig . schop architeken PartG mbB, Berlin
Bauherren: STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft Berlin
Generalübernehmer: MBN Bau AG, Niederlassung Berlin
Bekleidungswerkstoff: Faserzement, sichtbar befestigt
Unterkonstruktion: Holz bei den Tafeln / Metall bei den Bändern
Dämmstoff: Mineralwolle, 160 mm
Verarbeiter: Trauco Spezialbau GmbH, Husbäke-Edewecht
U-Wert Außenwand: 0,36 W/m2K
Besonderheiten: Energieeffizienzhaus 70
Fertigstellung: 2017
Fotograf: Stefan Müller, Berlin

 
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