Vorgehängte hinterlüftete Fassade aus Cortenstahl

Neubau für Inklusions-Pädagogik auf dem Campus der Uni Potsdam

Auf dem Campus der Uni Potsdam wurde ein Neubau für die Inklusions-Pädagogik mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade realisiert. Die in verschiedenen Rosttönen schimmernde Gebäudehülle aus Cortenstahl-Platten versinnbildlicht die Heterogenität in einer „Schule für alle“.

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Neubau für den Lehr- und Forschungsschwerpunkt „Inklusion und Heterogenität“ an der Universität Potsdam, Campus Golm
Foto: Steffen Spitzner Uni Potsdam

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Detail des Eingangsbereiches mit integrierter Medienwand für Live-Übertragungen, Vorlesungen oder Veranstaltungen
Foto: WF-Bau Barleben

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Vertikale und horizontale BWM-Unterkonstruktionssysteme halten die in Längen und Breiten sehr unterschiedlichen Cortenstahl-Platten.
Foto: WF-Bau Barleben

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Die planebene Einpassung der über Eck reichenden Medienwand erfolgte mit dem BWM Tragsystem ATK 103 für die verdeckte Befestigung.
Foto: WF-Bau Barleben

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Detail Agraffenbefestigung
Foto: WF-Bau Barleben

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Detail Blitzschutz
Foto: WF-Bau Barleben

Internationale Spitzenforschung von der Biotechnologie bis zur Gravitationsphysik, die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und forschungsnahe Produktion verbinden sich in der wachstumsstarken Region Berlin-Brandenburg zu einem Standort mit beispielgebendem Innovationspotential. Der Standort mit mehr als 50 Hektar Fläche bietet optimale Bedingungen für namhafte wissenschaftliche Institute, technologieorientierte und forschungsnahe Unternehmen sowie innovative Existenzgründer.

Der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen realisierte auf dem Campus Golm der Universität Potsdam mit dem Generalunternehmer Goldbeck Ost aus Treuen einen Neubau für den Lehr- und Forschungsschwerpunkt „Inklusion und Heterogenität“. Sechs Professuren zur Inklusionspädagogik und die Forschungsgruppe Heterogenität und Inklusion erhielten auf 950 Quadratmetern Nutzfläche verschiedene Arbeitsräume und ein Labor mit EEG-Kabine, Kraftmessplatte, Eye-Tracking und 3 D-Bewegungs-analysesystem. Für die Studierenden gibt es zwei große Seminarräume. Der Architekt Dr. Haie-Jann Krause aus Rostock stellte das neue Gebäude bei einem Rundgang vor und sprach über seine Inspiration zur innovativen Fassadengestaltung des Hauses.

Schimmernde Rosttöne in der Fassade als Sinnbild für Heterogenität
Danach versinnbildlicht die in verschiedenen Rosttönen schimmernde Gebäudehülle mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade aus Cortenstahl-Platten die Heterogenität in einer „Schule für alle“, in der jedes Kind nach seinen Bedürfnissen und Begabungen gefördert werden soll. Das gilt auch für Kinder mit Behinderungen. Mit dem „Inklusionsgebäude“ zeigt der Architekt beispielhaft, worauf beim Bau von Schulen zu achten ist: Den Haupteingang hat er zur leichteren Orientierung deutlich zurückgesetzt. Extrabreite Türen lassen sich auch mit dem Rollstuhl gut passieren. Ihre schwarze Farbe bildet einen starken Kontrast zu den weißen Wänden und den signalroten Fußböden, die Menschen mit Sehbehinderung den Weg weisen. Alle Räume sind in Brailleschrift gekennzeichnet. Die Seminarräume wurden mit akustischer Technik für Menschen mit Hörbehinderung ausgerüstet. Als Besonderheit ist am Gebäude eine 15 Quadratmeter große Medienwand installiert worden, die eine vielfältige Nutzung im Außenraum verspricht, zum Beispiel Live-Übertragung von Vorlesungen oder Veranstaltungen auch von anderen Standorten der Universität aus.

Kombination aus bewährten BWM Tragkonstruktionen
Die in Längen und Breiten sehr unterschiedlich großen Cortenstahl-Platten von beispielsweise 0,40 m B x 2,29 m H bis 5,81 m B x 2,97 m H).der Fassade wurden auf einer Ortbetonwand mit einer Kombination bewährter BWM-Unterkonstruktionssysteme dauerhaft sicher befestigt. Diese aus dem BWM-Baukastensystem einsetzbaren Haltekonstruktionen eignen sich für fast alle Fassadenbekleidungsmaterialien, insbesondere auch für Fassaden-konstruktionen von Passiv- oder Plus-Energie-Häusern. Die Herstellung der Gebäudehülle einschließlich aller Anpassungen und Einfassungen sicherte sich das Fassadenbau-Unternehmen WF-Bau aus Barleben. Der Verarbeiter hat sich auf die Werkplanung und Fachmontagen von VHF-Konstruktionen mit unterschiedlichen Vorhangmaterialien spezialisiert. Montiert wurde von Gerüst und von der Scherenbühne aus. Eine besondere Herausforderung stellte die Montage der Medienwand in die Fassade dar, die planeben integriert werden musste. Das Ergebnis überzeugt.

Die VHF-Konstruktion des neuen Universitätsgebäudes erforderte auf Grund des Zusammenspiels der gestalterischen Vorgaben mit den zu erreichenden wärmetechnischen Anforderungen eine Symbiose aus horizontalen und vertikalen Unterkonstruktionssystemen. Deshalb empfahl der Hersteller BWM aus seiner Produktpalette eine UK-Kombination ATK 100 mit der Thermokonsole, die aufgrund ihrer ausgezeichneten Werkstoffeigenschaften und konstruktiven Ausstattungen eine nahezu ungestörte Dämmschicht aus nicht brennbaren Mineraldämmstoffplatten nach DIN EN 13162 ermöglicht.
Zusätzlich wurde hier das horizontale System ATK 103 für die verdeckte Befestigung der gesamten Bekleidung mittels an den Cortenstahl-Platten rückseitig befestigter Agraffen verwendet. Dieses System konnte ebenso zur Befestigung der Medienwand verwendet werden. Durch die Kombination unterschiedlichster Unterkonstruktionssysteme können vielseitige Bereiche statischer, bauphysikalischer sowie gestalterischer Anforderungen erfüllt werden. Der erforderliche Blitzschutz wird durch entsprechende Laschenverbinder gewährleistet.

Der Weg ist frei für eine inklusive Schullandschaft
Mit dem Aufbau einer inklusiven Schullandschaft steht für die Universität Potsdam die Herausforderung, für diese Schulen qualifizierte Lehrer auszubilden. Auch in alle anderen Lehramtsstudiengänge hat sie inklusionspädagogische Studienanteile integriert. Das Gebäude wurde im Beisein der Brandenburger Landesminister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Frau Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, und für Bildung, Jugend und Sport, Herrn Günter Baaske, am 12. Oktober auf dem Campus Golm seiner Bestimmung übergeben.

Projektdaten

Projekt: Neubau für Inklusions-Pädagogik auf dem Campus der Uni Potsdam
Bauherr: Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen
Standort:Campus Golm der Universität Potsdam
Architekt: Dr. Haie-Jann Krause
Fertigstellung: Oktober 2015
Bekleidungswerkstoff: Fassade aus Cortenstahl-Platten
Unterkonstruktion: UK-Kombination ATK 100 mit Thermokonsole, BWM Dübel + Montagetechnik GmbH
Befestigung: ATK 103, BWM Dübel + Montagetechnik GmbH
Verarbeiter: WF-Bau Barleben
Fotograf: Steffen Spitzner Uni Potsdam, WF-Bau Barleben

 
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