Faltenwurf für die Fassade: Allmann Sattler Wappner Architekten erhalten Deutschen Fassadenpreis 2020 für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden (VHF)

Hotel Der Öschberghof in Donaueschingen

Die Wertschätzung regionaler, traditioneller Architektur sowie ein behutsamer Umgang mit dem Bestand bildeten die Grundlage zur Erweiterung eines Hotels in Donaueschingen. Bewusst zitiert das architektonische Konzept von Allmann Sattler Wappner den Archetypus eines Schwarzwaldgehöfts aus einzelnen und in Gruppen stehenden Satteldachhäusern. Die Architekten wählten eine Vorgehängte Hinterlüftete Fassade, die ihnen mit ihren funktionalen, konstruktiven und ästhetischen Möglichkeiten erlaubte, eine in die Jahre gekommene Hotelanlage in ein modernes Fünf-Sterne-Superior Golf- und Wellness-Resort zu wandeln.

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Die Wertschätzung regionaler, traditioneller Architektur sowie ein behutsamer Umgang mit dem Bestand bildeten die Grundlage zur Erweiterung des Hotels Der Öschberghof in Donaueschingen – Preisträger des Deutschen Fassadenpreises 2020 für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden.

Foto: Brigida González

Nach Weiterbau und umfassender Modernisierung zeigt Der Öschberghof vielschichtige Metallfassaden aus gefalzten und individuell gekanteten Blechen mit 90°-Winkeln. Bis ins Detail subtil geplant, erfüllt das gewählte Fassadensystem alle gestalterischen und ökologischen Forderungen an eine zukunftsweisende Bauweise. Der modernen Hülle steht eine Boden-Deckelschalung aus Holz zur Seite, die seit Jahrhunderten in der Region bewährt ist und seit alters her vergleichbare bauphysikalische Vorzüge aufweist. Bis über die Dachflächen sind die neuen Fassaden also von einer prägnanten Bekleidung bedeckt, die wie ein schimmernder Faltenwurf wirkt. Mit silbrig-grauen Holzfassaden wiederum fügen sich die Altbauten zum Gesamtensemble.

Die rhythmisierende Staffelung der Baukörper integriert die Volumen behutsam in den Landschaftsraum. Farben und Materialien, Licht und Schatten nehmen Bezug zur umgebenden Natur. Vor einigen Gebäudeöffnungen sind die durchlaufenden Metallfassaden perforiert. Dies bietet Ausblicke und schafft gleichzeitig bei Tageslicht im Innern eine besondere Atmosphäre.
Nachts lässt diese Transluzenz das Anwesen leuchten. Mit der gewählten VHF ist es den Architekten gelungen, die mehr als vierzigjährige Geschichte des Standortes weiterzuschreiben und dessen Identität zu stärken.

Den Aspekt des bewussten Umgangs mit Ressourcen hebt die Jury hervor: „Besonders bemerkenswert ist die ökologische und ökonomische Ausführung der Vorgehängten Hinterlüfteten Fassade. Drei unterschiedliche Faltrhythmen wurden verschnittfrei aus einem 800 Millimeter breiten Coil geformt. Das Material ist langlebig und recycelbar, die Beschichtung gewährleistet den Korrosionsschutz und vermeidet Ionen Auswaschungen. Dies ist für das Speichern des Regenwassers der Dachflächen im hoteleigenen See von entscheidender Bedeutung.“

Detaillierte Informationen erhalten Sie in der Doku "Ausgezeichnete Architektur - Deutscher Fassadenpreis 2020 für VHF

Projektdaten

Projekt: Der Öschberghof, Bestandserweiterung, Hotel und Gastronomie
Bauherr: Öschberghof GmbH Alexander Aisenbrey, Donaueschingen
Standort: Donaueschingen
Architekt: Allmann Sattler Wappner . Architekten GmbH, München
Fertigstellung: 2019
Bekleidungswerkstoff: gefalzte und individuell gekantete Bleche (bandbeschichtetes Stahlfeinblech) mit 90°-Winkeln, Holz
Unterkonstruktion: Holz und Metall, verdeckt befestigt
Dämmung: Steinwolle, 180 mm
Verarbeiter: Arnold AG, Friedrichsdorf
Besonderheiten: Nachhaltige Fassaden aus Stahl und Holz nehmen Bezug zur Umgebung
Fotograf: Brigida González, Stuttgart

 
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