Nachhaltiger Zweckbau

Neubau Berufsfeuerwache, Heidelberg

Die neue Berufsfeuerwache in Heidelberg steht als markantes Stadtzeichen am Übergang zwischen Peripherie und Innenstadt. Der kommunale Zweckbau ist beispielhaft für die nachhaltige Umsetzung der verschärften Klimaschutzvorschriften der öffentlichen Hand und geht weit über die gesetzlichen Standards hinaus.

Auch durch die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) aus Aluminium-Kassetten konnte der Feuerwache ein unverwechselbares Design verliehen werden

Foto: Lukas Roth Architekturfotografie

Die im Passivhaus-Standard errichteten Obergeschosse liegen über feuerwehrspezifischen Funktionsräumen, einer U-förmigen Fahrzeughalle und dem verglasten Foyer. An der Ostseite geht der Stahlbeton-Skelettbau auf filigranen V-förmigen Stützen in einen aufgeständerten Riegel über. Einen weithin sichtbaren Akzent setzt der 35 Meter hohe Schlauch- und Übungsturm mit einer 350 m² großen Photovoltaik-Anlage.

In Hinblick auf Gestaltung und Energieeffizienz hatte die Planung der vorgehängten hinterlüfteten Fassade besondere Bedeutung. So betont die Bekleidung mit Aluminium-Kassetten als ‚glatte Haut’ mit außenbündigen Fensterbändern die skulpturale Wirkung der Feuerwache. Die Aluminium-Paneele sind horizontal auf einer Aluminium-Unterkonstruktion befestigt. Auch die monokristallinen Solarmodule sind als Kassetten mit einer Größe von jeweils 1,00 x 2,54 Metern flächenbündig in die VHF integriert. Sie übernehmen an der Turmfassade die Funktion der Bekleidung. Dämmdicken von 30,00 cm im Hinterlüftungsraum der VHF halten die Wärme im luftdichten Gebäude und erreichen, dass der Bau 90 % weniger Heizenergie benötigt als eine konventionelle Feuerwache.

Die Stringenz in der Umsetzung des Entwurfs zeichne das Bauwerk aus, so die Jury. Sie zeige sich in der Einheitlichkeit der Fassade und im monolithischen Charakter der Berufsfeuerwache. „Im Zusammenspiel mit einem ausgeklügelten energetischen Konzept, dessen tragende Bestandteile eine PV-Anlage am Schlauchturm, Lichtlenklamellen, Fernwärmeheizung und Erdkanallüftung sind, entstand hier ein Zweckbau, der dem energetischen Standard nach EnEV 2004 entspricht und in seiner großen Konsequenz nachhaltig Zeichen setzt."

Projektdaten

Architekten: Peter Kulka Architektur Köln GmbH, Peter Kulka, Henryk Urbanietz
Bauherr: Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg
Verarbeiter: FKN Fassaden GmbH & Co. KG, Neuenstein
Fassade: Aluminium, lackiert
Baujahr: 2007
Foto: Lukas Roth Architekturfotografie

 
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