Keine Angst vorm Altern

Mensa Adolf-Weber-Gymnasium, München

Im Zuge der Verkürzung der Schulzeit an den bayerischen Gymnasien von 9 auf 8 Jahre wurde der Ganztagesunterricht eingeführt. Infolgedessen mussten an diesen Schulen zusätzliche Räume für Mittagsbetreuung und Essensversorgung bereitgestellt werden. Für das Adolf-Weber-Gymnasium sowie das Ruprecht-Gymnasium in München wurde in Verlängerung eines Seitenflügels ein gemeinsamer Neubau geplant. Der Speisesaal wurde multifunktional ausgelegt - sowohl schulische als auch ausserschulische Veranstaltungen finden hier Raum. Die öffentliche Präsenz des Gebäudes entspricht dieser Nutzung. Die Tragkonstruktion besteht aus Stahlbeton. Die Flurwände im Obergeschoss sind als tragende Überzüge ausgebildet. Dadurch konnte der Speiseraum frei von Stützen gestaltet werden.

Foto: Christoph Knoch, München

Ausschlaggebend für die Wahl des Fassadensystems war die Entscheidung, ein widerstandsfähiges Material zum Einsatz zu bringen, das zum einen eine gute Alterungsfähigkeit aufweist und zum anderen mit möglichst geringem Unterhaltsaufwand in einer hohen Qualität dauerhaft zu erhalten ist. Großformatige Corten-Stahlplatten mit einer Stärke von 6 mm und einer Fläche von bis zu 6 qm bilden die vorgehängte Aussenhaut des Gebäudes. Scharfkantig eingesetzte, rhythmisierende Fenster im Obergeschoss kontrastieren mit den großflächigen Aufglasungen des Speiseraums, die bündig mit den Stahlplatten in die Fassade gesetzt sind. Spannungsvoll ist auch der Wechsel zwischen dem glatten, spiegelnden Glas und der lebendig strukturierten, kraftvollen Stahloberfläche. Die Stahlplatten sind in Alu-Tragprofile eingehängt, die an der massiven Stahlbetonwand befestigt sind. Bei Bedarf, z.B. um an die verdeckt liegenden Regenrohre zu gelangen, sind sie demontierbar. Eine integrierte, kleine Rinne leitet das abfließende rosthaltige Wasser ab, damit es nicht auf die Glasoberfläche gelangt. Sowohl Montage- als auch Gebrauchsspuren wie eingeritzte Liebesbekundungen empfinden werden nicht als störend empfunden. Vielmehr entsteht dadurch die unverfälschte Patina dieses Materials.

Stahlplatten finden auch als Wandbekleidung im Innenraum Anwendung. Hier wurden Platten mit einer Dicke von 3 mm unbehandelt - wie sie aus dem Walzwerk kommen - eingesetzt und lediglich zur Konservierung mit einem klaren, matten Lack versiegelt.

Projektdaten

Architekten: Peck . Daam Architekten DBA
Bauherr: Landeshauptstadt München Baureferat Hochbau 4
Verarbeiter: Alutechnik-Velden
Fassade: Corten-Stahl
Baujahr: 2007
Foto: Christoph Knoch, München

 
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