Die Erich und Liselotte Gradmann-Stiftung setzt sich für die Betreuung älterer Menschen ein, diverse soziale Projekte und Häuser unterhält sie im Umkreis von Ostfildern südöstlich von Stuttgart. Um dem Pflegepersonal des Samariterstifts bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ließ die Stiftung im Stadtteil Ruit ein Wohnhausensemble mit 15 Einheiten errichten. Dieses setzt einen architektonischen Akzent an einer zentralen Straßenkreuzung und schiebt sich als markanter zeitgenössischer Baustein in die kleinteilige, teils historische Bestandsituation ein.
Die zwei Einzelgebäude sind über einen durchgehenden Sockel mit Unter- und Erdgeschoss verbunden. Straßenseitig ist darin ein Café untergebracht, das als Treffpunkt im Ortskern fungieren soll. Darüber erheben sich zunächst weit auskragend und dann graduell rückspringend fünf Geschosse mit Wohnnutzung. Hofseitig grenzt das zweite, reine Wohngebäude von beiden Seiten an den Bestand und erhebt sich vier Geschosse über Erdniveau. Die außergewöhnliche Kubatur und heterogene Formenausbildung mit zahlreichen Vor- und Rücksprüngen sind das Ergebnis einer maximal möglichen Flächen- und Volumenausnutzung. Gemeinsam mit den asymmetrisch gestalteten Fassaden verleihen sie dem Neubaukomplex seinen einzigartigen Charakter.
Großformatige Fenster mit französischen Balkonen oder Loggien bilden tiefe Ausschnitte in den Gebäudehüllen. Diese sind ansonsten durchgängig hell und puristisch gehalten. Neben verputzten Wandflächen fiel beim markanten Eckhaus die Wahl auf Tafeln EQUITONE [natura] PRO NU154 in einem besonderen Tafelformat. Durch die horizontale Anordnung entsteht eine dreidimensionale Struktur.